Nutzerbeiträge - Eröffnungsreden - Grafik „Joachim John“, Eröffnungsrede vom 09. Mai 2009 Dr. Helmut Stelzer - Dienstag, 16. Juni 2009
Wir eröffnen heute eine Hauptausstellung mit Malerei, Zeichnungen und Radierungen Joachim Johns und haben auch heute noch das Glück, den Schriftsteller Joachim John hier in der Galerie zu erleben – er wird, wie Sie wissen, in ca. zwei Stunden aus seinem autobiografischen, von ihm illustrierten Buch „bube John“ lesen. In diesem Buch findet man auch die wichtigsten Lebensdaten des Künstlers. Er wurde 1933 in
Tetschen/Böhmen geboren. Die Familie wurde 1945 ausgesiedelt. Nach dem Abitur 1952 in Zerbst (Sachsen-Anhalt) und verschiedenen Tätigkeiten studierte er Kunsterziehung, wurde an der Akademie der Künste Meisterschüler bei Hans Theo Richter und arbeitete ab 1965 als freischaffender Künstler in Berlin, seit 1977 nach seiner Übersiedlung in Veelböken/Neu Frauenmark (Mecklenburg) lebte und arbeitete er in einem denkmalgeschützten Dielenhaus in räumlicher Nähe Ernst Barlachs. 1985 erhielt er den Käthe-Kollwitz-Preis, war 1990 als Gastprofessor tätig in der Gesamthochschule Kassel und 1993 Ehrengast des Landes Mecklenburg-Vorpommern in der Villa Massimo in Rom, 1998 erhielt er den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er ist Mitglied der Akademie der Künste. Die Preisnamensstifterin Käthe Kollwitz wurde übrigens vor 90 Jahren das erste weibliche Mitglied der Preußischen Akademie der Künste.
Joachim John schrieb mehrere Hörspiele und veröffentlichte die Bücher „Columbiana“, „Der Stubenreiter“, „Zoo“ und „Bornholm bunt“.
Der Künstler hat sich 1977 mit seinem Umzug nach Veelböken/Neu Frauenmark weiß Gott nicht in ein Elfenbein-Dielenhaus zurückgezogen. Hauptsächlich hier und in den Theatern der nächsten Umgebung, nach dem Deutschen Theater in Berlin nunmehr das Schweriner Staatstheater, verknüpfen sich seine Reflektionen mit den kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen, mehr oder weniger deutlichen und erträglichen Impulsen des Alltags, die sein Schaffen begleiten. Dazu gehört natürlich besonders auch die wunderbare Landschaft, mit der der Künstler dort lebt, die ihn anregt. Gudrun Schmidt schreibt 2006 über Joachim John anlässlich seiner Ausstellung im Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum Schloss Rheinsberg „Mit einem Vorrat dünner Bleche als zukü... weiter ... |